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Mit einem lauten Schrei begrüßt er das neue Leben.Vor ein paar Stunden noch war er geborgen im Leib der Mutter. In ihrem warmen weichen Bauch, dicht unter dem Herzen, schlief er, aß er, lebte er. Nur ab und an drangen Töne von außen in seine Stille – die vertraute Stimme der Mutter, Geräusche des Alltags und dazwischen immer wieder Musik. Die Mutter sang so gerne und sie spielte Klavier. Diese Töne liebte er besonders. Dann begann sein Herz immer ein wenig zu hüpfen.
Auf einmal aber brach Licht in seine Dunkelheit, eine überwältigende Fülle. Wie eine Welle stürzte die Helligkeit über den neuen Erdenbürger. Wer hätte gedacht, dass so eine andere Welt überhaupt existierte! Da liegt er nun, der kleine Kerl, so winzig, dass er mühelos in zwei große Männerhände passt. Dichtes dunkles Haar bedeckt das Köpfchen. In dem fein gezeichneten Gesicht lassen sich sogar schon einige Familienmerkmale erkennen. So klein der Junge ist, so ist doch alles in ihm vorbereitet für das neue Leben. Noch einmal kommt ein lauter Fanfarenstoß! Geballte Erwartung, der großen Welt zu begegnen. Die Ärmchen und Beinchen machen rudernde Bewegungen, als bemühten sie sich, irgendwo Halt zu finden. Die Hände, immer wieder zu Fäusten geballt, versuchen zu greifen. Und dann öffnet er plötzlich die Augen. Wunderschöne große Augen, die sich nicht sattsehen können,die die Welt mit allen Fasern aufnehmen möchten. Wie viel Zeit werden sie brauchen,um sich mit dem Neuen vertraut zu machen?
Niemand weiß, wie es sein wird, wenn wir uns auf den Weg »durch die Nacht« machen müssen. Wird am Ende des Tunnels Licht sein? Oder ist unser Leben nur ein sich Fallenlassen in den Kreislauf von Geborenwerden und Sterben? »Ich glaube nur, was ich sehe«, sagen viele stolz. Mehr könne man nicht von ihnen verlangen. Doch wer sagt: »Ich glaube nur,was ich sehe«, schlägt die Tür zum Glauben zu. Was hat Glaube mit offensichtlichen Tatsachen zu tun? Die brauchen nicht geglaubt zu werden. Dagegen sagt die Bibel: »Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht auf das, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem,was man nicht sieht« (Hebr. 11,1).
Als man einen alten Afrikaner, einen gläubigen Mann, einmal fragte: »Woher weißt du, dass es einen Gott gibt?«, antwortete er: »Woher weiß ich, ob ein Mensch, ein Hund oder ein Esel nachts um meine Hütte gegangen ist? An den Spuren im Sand sehe ich es.Auch in meinem Leben sind Spuren eingedrückt, Spuren Gottes.«
So wie der kleine Junge in die Welt hineinstaunt, mit weit geöffneten Augen, so wird es auch uns einmal gehen: Wir können uns nicht vorstellen, wie die Welt sein wird, die nach dem Sterben auf uns wartet. Wir müssen keine Angst haben. Jesus ist der Türöffner. Er will uns mitnehmen in sein Reich.Wer ihm voller Vertrauen entgegen geht,wird mit ihm in dieser neuen Welt leben dürfen.
Werden wir ihm folgen in das neue Leben? Die Welt, die auf uns zukommt und die Gott für uns bereitet hat,muss so atemberaubend sein, dass die Bibel kaum Worte findet, um sie zu beschreiben. Trotzdem laufen immer noch viele mit geschlossenen Augen umher. Sie trauen Gott einfach nicht zu, dass er jeden Menschen zu sich einlädt. Dabei hat Gott nur einen Wunsch: uns alle mit in seine Herrlichkeit zu nehmen.Der Weg zu ihm ist frei. Schenken wir ihm unser Herz!
Irmhild Bärend



